Bezirksliga-Reform bleibt vorerst aus!

Bezirksliga-Reform bleibt vorerst aus!

20.02.2017

Pressemeldung durch den NFV-Bezirk Hannover:         

 

„Vier" gewinnt

 

Fußballkreise im Bezirk Hannover mehrheitlich gegen Reduzierung auf drei Bezirksligisten

 

SULINGEN. Es bleibt bei vier Bezirksligen: Nach monatelangen Diskussionen um den angedachten Umbau der Bezirksliga-Landschaft zur Saison 2018/19 votierte am Samstagvormittag die Mehrheit der Fußballkreise im Bezirk Hannover gegen die Reduzierung von vier auf drei Staffeln. Doch das Ergebnis im Sulinger Restaurant Dahlskamp fiel äußerst knapp aus: Fünf Kreisvorsitzende sprachen sich nach teils intensiver Rückkopplung mit ihren betroffenen Clubs gegen die Reform aus, drei stimmten dafür – ebenso wie der Bezirk selbst. Umgerechnet auf die Delegierten-Stimmen, die sich nach der Mannschaftszahl pro Kreis richten, wurde der Entwurf des Bezirks-Spielausschusses mit 55:53 abgelehnt.

August-Wilhelm Winsmann als Vorsitzender des Bezirksverbands akzeptierte die Entscheidung: „Für uns ist das ein klarer Auftrag. Das haben die Vereine verdient. Wir lassen also erstmal alles, wie es ist.“ Gleichzeitig stellte er klar, „dass wir bei diesem Thema weiter am Ball bleiben“. Niemand könne nämlich exakt vorhersehen, wie sich die Mannschaftszahlen in den nächsten fünf Jahren entwickeln.

Bezirks-Spielausschuss-Vorsitzender Thorsten Schuschel und seine Kollegen in diesem Gremium haben also in den zurückliegenden drei Jahren nicht umsonst an diesem Modell gearbeitet. Gleichwohl stellte Schuschel klar: „Wir werden die Angelegenheit jetzt erstmal ruhen lassen.“

Die veränderten Rahmenbedingungen mit weniger Teams in den ländlicher strukturierten Regionen, aber deutlich mehr Bezirksligisten in den Kreisverbänden Hannover-Stadt und -Land, hatten Schuschel damals zu den Überlegungen der Umstrukturierung veranlasst. Die Vorteile durch eine oder gar zwei Staffeln für den Raum Hannover und einen Gewinn an spielerischer Qualität für die Kreise durch die Rückkehr einstiger Bezirksligisten bestritt niemand der Stimmberechtigten. Am Ende gaben jedoch die Sorgen der Clubs vor zu weiten Fahrten in den neu zugeschnittenen Ligen und Abstiegsängste – speziell für die Saison vor der Reduzierung – den Ausschlag.

Als sich vor einigen Monaten der Widerstand formiert hatte und laut Winsmann gut 30 von 64 Bezirksligisten schriftlich gegen die neue Struktur protestierten, „ahnte ich, dass wir die Betroffenen intensiver mitnehmen müssen“, schilderte er eingangs der Sitzung. Also besuchte er nach und nach in jedem Kreisverband eine Vorstandssitzung, brachte die Argumente vor und verabschiedete sich mit dem Appell an die Verantwortlichen, ihm für Beginn des neuen Jahres ein Meinungsbild zu geben. Das passierte nun am Samstag.

Durch diesen Entschluss zur Beibehaltung soll das Thema beim Bezirkstag Ende Juli nicht mehr auf die Tagesordnung kommen. Winsmann vertraute den Kreisvorsitzenden, die nach eigenem Bekunden in den vergangenen Wochen den Willen all ihrer Bezirksligisten abgeklopft haben. Einige machten sich sogar die Mühe, die Top-Teams aus den Kreisligen, also die potenziellen Aufstiegskandidaten, zu hören. „Und nach dieser Abstimmung wollen wir nicht, dass das Thema beim Bezirkstag wieder zerredet wird“, stellte der Bezirks-Chef klar.